Kinderwunschtherapie

In Deutschland bleiben etwas 10% aller Paare mit Kinderwunsch innerhalb eines Jahres kinderlos. Trifft dieses auch für Sie zu, sollten Sie dieses Thema ansprechen, so dass wir nach möglichen Ursachen suchen können.

Diagnostik und Vorbereitung

Bei Kinderwunsch werden zunächst die möglichen Ursachen bei der Frau und beim Mann abgeklärt.

Folgende Untersuchungen können hierzu bei uns durchgeführt werden:

1. Hormonanalyse bei der Frau durch Blutuntersuchungen zwischen dem 3.-5.Zyklustag (kurz CT) und zwischen dem 21.-25.CT bei einem 28-tägigen Zyklus
2. Ultraschalluntersuchung zum Ausschluß organischer Hindernisse und Veränderungen (z.B. eine zusätzliche Wand in der Gebärmutter(sog. Septum), Myome, Endometriose, Verschluß der Eileiter, PCO-Syndrom
3. Spermiogramm (wird durch einen Urologen durchgeführt)

Vor jeder Kinderwunschtherapie muss bei beiden Partnern ein HIV und Hep B und C-Status erhoben werden.
Bei der Frau sollte eine Chlamydieninfektion ausgeschlossen sein und mögliche Hormonstörungen behoben sein. Es empfiehlt sich für beide Partner, mit dem Rauchen aufzuhören, da Nikotin sowohl die Samenzellen als auch die Eizellen schädigt.

Alternative Methoden, wie Akupunktur und chin. Pharmakotherapie helfen sehr gut bei der Behandlung kleinerer Störungen und können gerne bei uns wahrgenommen werden. Eine Substitution mit Mikronährstoffen ist ebenfalls oft hilfreich, wir beraten Sie auch gerne zu diesen Themen.

Therapie

In der Analyse werden die möglichen Vorgehensweisen besprochen:
Bei den meisten Paaren reicht bereits ein Zyklusmonitoring, d.h. eine Beobachtung des Menstruationszyklusses zur Optimierung des Zeitpunktes des Geschlechtsverkehrs.
Sollte sich in der Hormonanalyse zeigen, dass eine Eizellreifungsstörung vorliegt, kann zunächst mit verschiedenen medikamentösen Behandlungsansätzen ein Eisprung herbeigeführt werden. Manchmal ist eine Absenkung der männlichen Hormone erforderlich, manchmal eine Regulation der Schilddrüse oder eine Senkung des Hormons Prolaktin. Auch ein Eisenmangel vermindert die Fruchtbarkeit.
Häufig muss jedoch auch Clomifen gegeben werden, um eine Verbesserung der Eizellreifung zu erreichen. Der Eisprung wird dann mit HCG ausgelöst, um einen sicheren Eisprung zu gewährleisten. Führt diese Behandlung nicht zum Erfolg ist eine Therapie mit HMG (Humanes Menopausengonadotropin) oder FSH(follikelstimulierendes Hormon) erforderlich. FSH ist ein Hormon der Hirnanhangsdrüse, das im natürlichen Zyklus das Follikelwachstum bewirkt. Diese Medikamente müssen täglich unter die Haut gespritzt werden. Dies wird Ihnen durch unser Team selbstverständlich erklärt. Zur Überprüfung der Eizellreifung erfolgen Ultraschallkontrollen in der Praxis. Diese Methode wird als Hormonstimulationbezeichnet.
In der 2. Zyklushälfte wird in den meisten Fällen dann auch die Gelbkörperfunktion medikamentös unterstützt. Hierzu wird täglich Progesteron in die Scheide appliziert, oder HCG alle 3 Tage gespritzt. Der Schwangerschaftstest ist in der Regel 14 Tage nach Auslösen des Eisprunges.
Sollten diese Behandlungen nicht zum Erfolg führen oder ein schlechtes Spermiogramm vorliegen, d.h. das die Qualität der Spermien eingeschränkt ist, diese z.B. zu langsam und in zu geringer Zahl vorliegen oder missgeformt sind, ist je nach Grad der Ausprägung eine Insemination oder eine künstliche Befruchtung mit der ICSI-Methode notwendig.
Bei einer Inseminationsbehandlung wird das Eizellwachstum wie oben beschrieben unterstützt und nach Auslösen des Eisprunges die Spermien mit Hilfe eines dünnen weichen Plastikschlauches direkt in die Gebärmutterhöhle gegeben. Die Spermien werden zuvor im Labor aufgearbeitet, so dass die Qualität verbessert wird. Durch die Überwindung der Schleimbarriere im Gebärmutterhalskanal ist so auch bei verminderter Beweglichkeit und Menge eine natürliche Befruchtung möglich.
Sollte bei Ihnen ein Verschluss der Eileiter vorliegen, oder die bisherige Behandlung erfolglos geblieben sein, ist die künstliche Befruchtung, die IVF-Behandlung (In Vitro Fertilisation) die richtige Behandlung. Bei dieser Behandlung wird durch höhere Dosierungen der Medikamente HMG oder FSH das Wachstum von idealer weise 6-10 Eibläschen stimuliert. Um einen vorzeitigen Eisprung zu verhinden, muß entweder 14 Tage vorher oder parallel ein weiteres Medikament gegeben werden, GNRH-Antagonisten oder –Agonisten. Die Eizellen werden dann direkt aus den Eierstöcken entnommen, d.h. sie werden mit einer Nadel durch die Scheide punktiert (=Follikelpunktion). Am gleichen Tag wird eine Samenprobe abgegeben und Eizellen und Spermien im Reagenzglas zusammengebracht, wo dann innerhalb der nächsten Stunden die Befruchtung stattfindet.
Ist die Ursache ihrer Kinderlosigkeit in der schlechten Qualität der Spermien zu sehen, bietet die ICSI-Behandlung (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) eine Therapieoption. Der Ablauf ist genauso wie für eine IVF, allerdings werden nach der Eizellentnahme die Spermien einzeln in die Eizellen injeziert.
Bei beiden Methoden, also IVF und ICSI, wird nach 3-5 Tagen der Embryotransfer durchgeführt, d.h. die befruchteten Eizellen werden durch einen feinen, weichen Schlauch direkt in die Gebärmutterhöhle eingesetzt, wo dann die Einnistung stattfinden kann. 14 Tage später ist dann wieder der Schwangerschaftstest. Nach der Follikelpunktion wird die Gelbkörperphase mit Progesteron unterstützt.

Kosten

Die Kosten der Diagnostik, des Zyklusmonitorings und der einfachen Hormonstimulation trägt die gesetzliche Krankenkasse komplett.
Die Kosten für eine Insemination mit Stimulation, eine IVF oder eine ICSI werden für verheiratete Paare, bei denen die Frau zwischen 25-40Lebensjahre alt ist und der Mann zwischen 25-50 Lebensjahre alt ist, von den gesetzlichen Krankenkassen zu 50% für 3Versuche übernommen.
Die privaten Krankenkassen übernehmen in der Regel nach individuellem Antrag die Gesamtkosten.
Vor Beginn der Therapie muss zunächst ein Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse gestellt werden. Diesen Antrag bekommen Sie von uns, nachdem Ihnen im Gespräch die Kosten- und Versicherungssituation erläutert wurde.
Für eine ICSI-Therapie sind ergänzend zu der Standarddiagnostik zwei Spermiogramme im Abstand von 12 Wochen notwendig, die die Kriterien der Krankenkassen erfüllen. Es ist also möglich, dass nach dem Beratungsgespräch eine weitere Spermiogrammkontrolle erforderlich wird. Außerdem wird die Durchführung einer Chromosomenanalyse bei beiden Partnern empfohlen. Dafür kann Ihnen nach dem Beratungsgespräch in unserer Praxis Blut abgenommen werden.

Organisation

Die Therapie wird von Frau Dr. Kirsten Kuhlman und Frau Dr. Martens an beiden Standorten durchgeführt. Die Eingriffe: Insemination, Follikelpunktion und Embryotransfer finden im Fertility Center Berlin Spandauer Damm130 in 14050 Berlin statt.